Zyklus-Apps sind der im wahrsten Sinne der smarte Ersatz für Stift und Papier. Sie basieren auf Kalendern und helfen dabei, den eigenen Körper besser kennenzulernen und einen Überblick über Ihre zahlreichen Zyklen zu bekommen und zu behalten. Doch was können Perioden-Tracker wirklich? Wir haben die beliebtesten Menstruations-Apps getestet und verraten, wie du von ihnen profitieren kannst.

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„Müsste ich nicht längst die nächste Periode bekommen?“, „Schon wieder diese Kopfschmerzen!“ und „Wann ist ein guter Zeitpunkt für meinen nächsten Vorsorgetermin beim Frauenarzt?“. Es lohnt sich nicht nur in Momenten wie diesen, seinen Zyklus und alles, was damit zu tun hat, in einem Kalender festzuhalten: Den ersten Tag der Blutung, die durchschnittliche Zyklusdauer, die Periodenlänge, typische prämenstruelle Symptome und wenn Sie wollen, noch mehr! Denn das Tracking oder vielmehr, dass Wissen wann die nächste Regelblutung ansteht, beeinflusst auch bei vielen Paaren, wann sie Sex haben.

 

Was kann eine Zyklus-App und warum sollte ich sie nutzen?

Die digitalen Einträge eignen sich zur übersichtlichen Dokumentation von Gegebenheiten und Besonderheiten, die du während deines Zyklus beobachten und evtl. mit deinem Frauenarzt besprechen oder bei deiner Freizeitplanung berücksichtigen willst. Außerdem kannst du einen Wecker hinterlegen, der dich regelmäßig daran erinnert, etwa an die Pilleneinnahme oder einen guten Zeitpunkt zum Abtasten der Brüste.

Bei Kinderwunsch oder für die Verhütung einer Schwangerschaft sind Kenntnisse über den eigenen Körper und die persönlichen Notizen besonders wichtig. Man muss den Zeitraum kennen, in dem die Wahrscheinlichkeit für eine Schwangerschaft durch die fruchtbaren Tage höher und besonders groß ist. Zyklus-Apps können hier als Hilfsmittel dienen.

 

Wie verlässlich ist eine Zyklus-App bei der Empfängnisverhütung?

Ein Zyklus dauert vom ersten Tag der Menstruation bis zum letzten Tag vor der nächsten Periode. Die Zykluslänge ist nicht bei jeder Frau gleich, sie kann zudem z.B. in stressigen Zeiten schwanken. Somit ist eine sichere Vorhersage des Eisprungs und der fruchtbaren Tage nicht möglich, auch wenn manche Apps dies anhand von Algorithmen, Ihren persönlichen Eintragungen und vergangenen Zyklen versuchen.

Entsprechende Aussagen und Symbole im „individuellen“ Zyklus-App-Kalender sind nicht verlässlich für die Verhütung einer Schwangerschaft. Aufgrund der mehrtägigen Lebensdauer von Spermien, möglichen Zyklusschwankungen und Anwendungsfehlern bei der Verhütungsmethode kann es bei ungeschütztem Sex theoretisch schon vom ersten Tag der Periode an zu einer Schwangerschaft kommen. 

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Die beliebtesten kostenlosen Zyklus-Apss im Test

Mein Kalender

Bedienung dieser Zyklus-App ist sehr intuitiv. Sie erlaubt ein einfaches Hinzufügen von Notizen und praktisches Blättern zwischen Tagen und Monaten. Es gibt die Möglichkeit, Erinnerungen zu hinterlegen, z.B. für die Pilleneinnahme. Außerdem bietet Mein Kalender eine große Auswahl an Symptomen mit Unterscheidung von Stärkegraden. Wer mag, trackt seine Stimmungen anhand des großen Sets an Symbolen. Es können auch Eisprung-Testergebnisse hinterlegt werden. Das „Protokoll“ in dem übersichtlichen Menü stellt den aktuellen Zyklus und vergangene Zyklen im Überblick dar. Aus den Angaben versucht die App Vorhersagen für die nächsten Monate zu machen – und das tut sie auch recht zuverlässig.

Mein Kalender bietet für Frauen, die die Temperaturmethode anwenden, eine entsprechende Notizmöglichkeit. Die Einträge werden in einem Kurvendiagramm dargestellt. Allerdings ist es nicht möglich, eine Temperatur als atypisch und für die Berechnung ungeeignet zu kennzeichnen, z.B. bei Krankheit oder Alkoholkonsum. Für die Gewichtsbeobachtung, die hormonell bedingt sein kann, gibt es ebenfalls ein Diagramm.

Das verspielte Design ist vielleicht nicht jedermanns Sache. Man kann jedoch durch einen zusätzlichen Download (kostenlose oder kostenpflichtige Version für 1,58 Euro) zu einem moderneren Look wechseln. Die Datensicherung über Google Konto oder Dropbox ist jederzeit möglich. Es gibt außerdem eine E-Mail-Versandoption. Die Darstellung der gespeicherten Daten erfolgt in Form einer datierten Liste.

Fazit: Sehr durchdacht, nutzerfreundlich und praktisch. 

 

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Clue

Die App Clue erfreut durch ihr cleanes Design. Für die Auswahl und Hinterlegung von Tracking-Kategorien (z.B. Blutung, Schmerzen, Vitalität) und Testergebnissen muss man allerdings viel swipen und drücken. Die Darstellung dürfte übersichtlicher sein, um das Eintragen zu erleichtern. Außerdem vermisst man eine gute Zusammenfassung der hinterlegten Details.

Clue bietet eine optisch ansprechende statistische Analyse und unverbindliche Prognose der Zyklen. Wer sich nicht sowieso schon manuell einen Reminder auf dem Handy gespeichert hat, aktiviert die eine oder andere vorgeschlagene Erinnerung (z.B. Pille einnehmen, Brüste abtasten).

Die Daten können gesichert und geteilt werden. Eine über E-Mail versendete Datei lässt sich nur in der App öffnen, eignet sich also nicht zum Ausdrucken für einen Termin beim Frauenarzt.

Fazit: Schönes Design und besonders die Teilen-Funktion macht für Paare Sinn, aber nicht zu empfehlen für Frauen, die viel Funktionalität von einem Zyklus-Tracker erwarten.

 

Zyklus-Apps im Test - Was können die digitalen Tracker_liebewasist.com - LIFE & STYLE ADVICE BLOG_Frauen und Gesundheit_Period Tracker

Perioden Tracker

Period Tracker ist eine App mit einfacher Startseite, hinter der sich ein im positiven Sinne sachlicher und funktionaler Zykluskalender verbirgt. Der cleane, gut navigierbare Kalender ermöglicht das Hinterlegen verschiedener Details. Die Auswahl an nicht besonders stilvoll illustrierten Symptomen kann man selbst erweitern. Für Charts zu Symptomen, Gewichts- und Temperatureintragungen im „Logbuch“ ebenso wie für alternative Designs muss die Period Tracker Deluxe-Version heruntergeladen werden (1,54 Euro). Dafür gibt es Punktabzug, denn Gewichts- und Tabellengrafiken sind bei der Konkurrenz umsonst dabei (z.B. die Mein Kalender-App).

Der Export der Daten erfolgt als Bericht in Textform in einer E-Mail. Nice to have.

Fazit: Übersichtlich, aber mit Design-Schwächen und wenig Service in der kostenlosen Version.

 

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OvuView

Die Auswahl an Tracking-Kategorien ist nicht nur sehr umfangreich, übersichtlich und schön gestaltet, sondern ermöglicht zudem sehr detaillierte Angaben plus persönliche Ergänzungen und Anpassungen.

Ein klarer Vorteil, den diese App bietet, sind die Statistiken. OvuView erstellt detaillierte Übersichten nicht nur zu den Zyklen, sondern auch zu den Perioden (z.B. Blutungsstärke und -farbe), meistverwendeten Symptomen und den Beschwerden im Einzelnen.

Die App eignet sich gut für Aufzeichnungen zur Natürlichen Familienplanung mit der symptothermalen Methode, bei der Zervixschleimbeobachtung, Temperaturmessung und Kalendermethode kombiniert werden. OvuView bietet die Berechnung des Eisprungs und der fruchtbaren Tage auf Basis verschiedener Methoden (z.B. 21/20-Tage-Regel oder Rötzer). Die übersichtliche Darstellung der Temperaturwerte als Liste und Diagramm erfolgt (leider nur) beim Datenexport. Sie können gemeinsam mit den restlichen hinterlegten Daten exportiert und vom Computer aus geöffnet werden.

 

Fazit: Beachtlich, da sie viele verschiedene Tracking-Bedürfnisse erfüllt und dabei richtig gut aussieht. 

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Natural Cycles-App: Die Ausnahme von der Regel?

Die kostenpflichtige, clean gestaltete App eignet sich sehr gut für die Temperaturmessmethode. Für ihre Disziplin beim Eintragen der Werte werden die Nutzerinnen mit anschaulichen und wertvollen Statistiken zu Zyklus, Follikelphase, Eisprung und Lutealphase entlohnt. Eine grafische Darstellung gibt es selbstverständlich on top.

Die Temperatureinträge können mit eigenen Notizen angereichert und auf „inaktiv“ gestellt werden, wenn der Wert nicht in die Statistik eingehen soll. Weitere Tracking-Kategorien, z.B. Zervixschleim, Gebärmutterhals, Menstruationsstärke, PMS oder Ähnliches gibt es nicht.

Nette Extras sind das Einstiegsvideo und das Wir-Gefühl, das die App der Frau als „Cycler“ und damit Mitglied einer großen Community vermittelt.

Fazit: Eine schöne App für Frauen, die mit natürlichen Methoden ihre fruchtbaren und unfruchtbaren Tage bestimmen. Für den Preis wären allerdings mehr und bessere Kategorien, um den Zyklus in seiner Komplexität zu dokumentieren, sinnvoll.

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Mein Test-Fazit:

Die App Mein Kalender überzeugte mich hier am meisten: zum einen ist die App kostenlos, was besonders zum ersten Ausprobieren super ist, zum anderen bietet sie mir alle Funktionen, die ich mir von einer Zyklus-App wünsche. das oben erwähnte verspielte Design habe ich einfach in einen super schlichtes einfarbigen Look über die Grundeinstellungen umgewandelt. Noch ein Plus: die App läuft sowohl über Android als auch iOS.

Auch OvuView fand ich überzeugend in Design und Funktion, läuft aber nur auf Android.

Wer total auf Temperaturmessen eingestellt ist, kann Natural Cyles einen Monat lang testen, um zu sehen, ob er die Abo-App mag und besser findet als eine der kostenlosen Varianten.

 

Foto credit @ Unsplash [Creative Commons Zero (CC0) Lizenz], Screenshots der jeweiligen Apps

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Habt ihr solche digitalen Tracker bereits ausprobiert? Welcher ist euer Favorit??