Man nehme eine Prise Erfolg, eine extra Portion Selbstliebe, einen Traummann und eine perfekte Figur, möglichst viele Instagram-Follower und teure Markenkleidung. Alles einmal gut durchmixen und mit etwas Glück nachwürzen, dann kommt am Ende ein erfülltes Leben heraus.

In meiner Kolumne „The Weekender“ geht es jeden Sonntag um Themen, die mich gerade beschäftigen. Dieses Mal: Glücklich sein.


Es klingt etwas beschränkt – und das ist es auch. Denn erstens gibt es kein Rezept zum Glücklichsein und zweitens versteckt sich das Glück meistens genau dort, wo wir es nicht vermuten würden …
 

Wir jammern auf hohem Niveau

Gestern Morgen bin ich um 8 Uhr aufgestanden, um laufen zu gehen – müde, weniger motiviert und gut gelaunt, als ich eigentlich sein wollte. Der erste Gedanke, der mir in den Kopf schoss, als ich am Rhein entlang lief: „Mist, warum tue ich mir das eigentlich an?“ Und dann eine Sekunde später: „Aber worüber beschwere ich mich eigentlich? Ich bin gesund, körperlich fit und genieße gerade den schönsten Blick über die Rheinwiesen, den man ich vorstellen könnte.“ Meine Beine tragen mich jeden Tag, wohin ich will – auch im schnellen Tempo über mehrere Kilometer, wenn mir danach ist. Und außerdem: Ohne Sport könnte ich gar nicht leben, ich gehe gerne an meine Grenzen. Ich bin ein Bewegungsjunkie.
 

Meine 9 motiviereden Lesetipps für sportliche Neujahresvorsätze:

Warum es sich in passender Atmosphäre besser trainieren lässt

 
Dankbar sein. Das ist etwas, das in unserer Gesellschaft viel zu häufig in Vergessenheit gerät. Weil uns signalisiert wird, dass es immer noch besser geht! Dass da noch mehr ist! Geblendet von der scheinbar perfekten Welt anderer (Stichwort: Instagram& Co.) wollen wir immer das, was wir (noch) nicht haben: Mehr Follower, mehr Geld, mehr Luxus, mehr Bauchmuskeln, mehr Urlaub. Nichts ist gut genug – uns selbst eingeschlossen. Unsere von Erfolgsdruck und Perfektionismus geprägte Gesellschaft legt die Messlatte ganz schön hoch. Leider verlieren wir dabei aber das aus den Augen, was direkt vor uns liegt.

Klar, auch ich würde gerne sorgenfrei durch die Weltgeschichte reisen und mir keine Gedanken darum machen müssen, wie ich all das finanziere. Ich würde gerne das ganze Glas Bio-Schokocreme auf einmal auslöffeln können, ohne auch nur ein Gramm schlechtes Gewissen. Und mein Gehalt würde ich gerne ausschließlich bei Stella McCartney anlegen. Aber mal ehrlich: Wäre ich dann glücklicher? Ich denke nicht. Denn Glück und Zufriedenheit erreicht man bekanntlich nicht durch Reichtum und materielle Dinge. Es wird immer jemanden geben, der reicher, durchtrainierter oder erfolgreicher ist als man selbst und gleichzeitig aber auch immer irgendwen, der wesentlich schlechter dran ist.

The Weekender - Glücklich sein - Oder Wie man die kleinen Dinge des Lebens schätzen kann_liebewasist.com - LIFE & STYLE ADVICE BLOG Berlin - Düsseldorf_Lifestyle-Kolumne
 

Wofür bin ich heute dankbar?

An so einem Morgen – wie auch oft bei einer kleinen Meditationsrunde nach dem Yoga – stelle ich mir gerne diese Frage: Wofür bin ich heute dankbar? Und dann fallen mir ziemlich viele Dinge ein: Ich bin gesund, habe die beste Mama der Welt, und die wundervollsten FreundInnen ever, einen coolen Job, darf studieren was ich will und muss mir keine großen Gedanken darüber machen, ob ich mir den täglichen Latte Macchiato mit Mandelmilch gönnen kann oder besser verkneifen sollte. Das klingt jetzt etwas nach „Mein Haus, mein Garten, mein Pool“. Damit möchte ich aber auf etwas ganz anderes hinaus: All diese Dinge bereichern mich mehr als es Geld jemals könnte. Und sie sind wer weiß nicht selbstverständlich.

Diese wunderbaren kleinen Momente des Lebens zu schätzen, ist vielleicht nicht der Schlüssel zum Glück, aber ein Schritt dorthin. Es hilft dabei zu erkennen, was man im Leben erreichen möchte, was schon da ist und was einem vielleicht wirklich noch fehlt. Wenn man das weiß, kann man den nächsten Schritt gehen und die eigenen Träume verwirklichen … aber das erzähle ich euch in einer anderen Kolumne.

Foto credits @ Brigitte Tohm, Mark Adriane

Dieser Beitrag wurde nicht gesponsored. Meinung und Empfehlungen entstammen meiner persönlichen Überzeugung.
 

Wofür seid ihr in der letzten Woche dankbar gewesen? Was sind eure kleinen Dinge im Leben?