Post-pill-Amenorrhoe – ein Thema, über das viel zu wenig in der Öffentlichkeit gesprochen wird. Heute geht es weiter mit dem zweiten Teil dieses Erfahrungsberichtes. Ich bantworte eure Fragen und teile Therapiemöglichkeiten mit euch.

Post-pill-Amenorrhö - Teil 2 Was, wenn die Zyklusstörungen nicht vorübergehen_liebewasist.com LIFE & STYLE ADVICE BLOG Berlin - Düsseldorf_Frauengesundheit
 
Unregelmäßigkeiten im Zyklus oder das komplette Ausbleiben von Eisprung und Periode schränken die Fruchtbarkeit zumindest vorübergehend ein. Während man bei zu langen Zyklen > 35 Tagen schwanger werden kann, ist die Chance auf eine Schwangerschaft bei Zyklen mit verkürzten Luteal-Phasen reduziert. Bei anovulatorischen Zyklen (das bedeutet, ein Zyklus ohne Eisprung) und Post-pill-Amenorrhö bleiben die fruchtbare Phase des Zyklus sowie der Eisprung aus, wodurch es auch zu keiner Schwangerschaft kommen kann. Bleibt die Frage, an die man in einer solchen Situation gar nicht erst denken möchte:

 
 

Was, wenn die Zyklusstörungen nicht vorübergehen?

Zunächst sollte man entspannt bleiben, da bei fast allen Frauen ein normaler Zyklus von selbst wieder einsetzt. Ist dies nach ca. 4-6 Monaten nicht der Fall, sollte die Situation mit dem Frauenarzt besprochen werden, um das weitere Vorgehen festzulegen. Tatsächlich gibt es zunehmend Hinweise darauf, dass sich die Pille negativ auf die Fruchtbarkeit auswirken kann, und damit auf die Chancen einer Schwangerschaft – auch langfristig. Studien zeigen, dass Frauen mit Kinderwunsch, die zuvor mit der Pille verhütet haben, doppelt so lange brauchen, um schwanger zu werden, wie Frauen, die zuvor mit Kondom verhütet haben. Je länger die Pille geschluckt wurde, desto länger dauerte es nach dem Absetzen, bis die Frauen schwanger werden konnten.
 

Muss ich eine Amenorrhö behandeln lassen?

Zyklusstörungen wie eine Amenorrhö deuten auf ein Ungleichgewicht im Hormonhaushalt hin. Sind die Hormone nicht im Gleichgewicht, kann das Auswirkungen auf den gesamten Körper haben, nicht nur auf die Fruchtbarkeit.

Langfristig ist es wichtig, dass eine Frau einen regelmäßigen Zyklus hat, da das hormonelle Gleichgewicht wichtig ist für einige Bereiche des Körpers. Weibliche Hormone haben einen großen, präventiven Einfluss auf viele Körperfunktionen wie das Herz-Kreislaufsystem, die Knochen, die Haut, die Schleimhäute, die Sexualorgane und andere.

Bei einer Hypothalamischen Amenorrhö liegt beispielsweise häufig ein Östrogenmangel vor. Hält die Amenorrhö über einen längeren Zeitraum an, werden Fettreserven, Muskulatur, aber auch Knochensubstanz und Mineralspeicher angegriffen und nach und nach entleert.

Das Fatale: bis auf eine ausbleibende Periode bemerken die betroffenen Frauen – mich selbst eingeschlossen – oft überhaupt keine Symptome ihres Östrogenmangels. Man denkt sich vielmehr „ach, so schlecht ist es ja eigentlich nicht ohne Periode, Stimmungsschwankungen und Unterleibsschmerzen…“ und ignoriert die Signale seines Körpers. Mit den Folgen ist jedoch nicht zu spaßen:

• (vorübergehende) Unfruchtbarkeit

• Ein erhöhtes Risiko für Osteoporose und Osteopenie (Knochenbrüchigkeit) als Folge einer Abnahme der Knochendichte

• Herz-Kreislauf-Erkrankungen

• Psychische Erkrankungen wie Depressionen, Angstzustände oder Stimmungsschwankungen

 
Eine Sonderform der HA ist die Female Athlete Triad, ein Dreigespann aus einer zu niedrigen Energie-Zufuhr, einer ausbleibenden Periode und einer geringen Knochendichte, die bei sportlich aktiven Frauen auftritt. Ermüdungsbrüche, Haarausfall, brüchige Fingernägel, chronische Müdigkeit und ständiges Frieren können die Folge sein.

Betrachtet man die Folgen, die eine Amenorrhö nach sich ziehen kann, ist es also wichtig, der Ursache einer (Post Pill) Amenorrhö auf den Grund zu gehen, auch ohne Kinderwunsch.
 

Wann zum Arzt?

Prinzipiell ist es empfehlenswert, bereits das Absetzen von Pille oder anderen hormonellen Verhütungsmitteln mit dem Frauenarzt zu besprechen. Nach dem Absetzen, sollte spätestens dann ein Arzt aufgesucht werden, wenn die Periode mehr als zwei Monate auf sich warten lässt. Zuvor sollte eine Schwangerschaft ausgeschlossen werden.

Eine Blutuntersuchung bringt in erster Linie Aufschluss über eine Fehlsteuerung im Hormonhaushalt. Bei länger dauernder Amenorrhoe sind Hormon- und Ultraschalluntersuchungen für die Abklärung durchaus sinnvoll. Denn am weiblichen Zyklus ist eine Vielzahl an Hormonen beteiligt, die nicht nur in den Eierstöcken gebildet werden, sondern auch in der Schilddrüse, in Hypothalamus und Hypophyse und auch in den Nebennieren. Treten bei der Hormonstatus-Untersuchung Auffälligkeiten auf, wird der Frauenarzt eine Überweisung zu einem Facharzt für Hormone (Endokrinologe) veranlassen, wo die Hormonwerte noch genauer unter die Lupe genommen werden können. Wichtig: Treten in Zusammenhang mit einer Amenorrhö Kopfschmerzen, Veränderungen oder Aussetzen des Geruchssinns oder Sehstörungen auf, sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden.
 

Therapiemöglichkeiten

Eine Post-pill-Amenorrhö regelt sich meist wieder innerhalb der ersten 9 Monate nach dem Absetzen der Pille von selbst. Tatsächlich hat es bei mir sogar über 24 Monate gedauert und mein Hormonhaushalt hat sich dennoch wieder eingespielt – ganz natürlich.

Was auf keinen Fall schaden kann: in sich hineinhören und fragen, ob zum Beispiel das eigene Sportprogramm in Balance ist, ob das Essverhalten wirklich gesund oder vielleicht doch zu restriktiv ist. Wie geht es sonst so? Gibt es Stress, zum Beispiel durch eine unglückliche Beziehung oder im Job? Umstellungen der Lebensumstände können dabei helfen, die Amenorrhö zu überwinden.
 

Mir haben auf meinem Weg folgende Ansätze geholfen:

• Ernährungsumstellung: mehr Warmes und mehr Kohlenhydrate

• Yoga / ein ausgeglicheneres Sportprogramm

• die Beratung bei meiner Gynäkologin

• ein ausgeglicheneres Privatleben

• Seed Cycling (ein gesonderter Beitrag hierzu folgt bald!)

Eventuell kann eine Substitution mit bestimmten Vitaminen oder Spurenelementen die Situation ebenfalls günstig beeinflussen, was aber individuell besprochen und angepasst werden sollte. Bei normaler oder auch vegetarischer Ernährung sind Mangelerscheinungen extrem selten und Nahrungsmittelergänzungen meist nicht erforderlich. Mit pflanzlichen Produkten, wie z.B. Mönchspfeffer, beobachtet man oft günstige zyklusstimulierende Effekte. Das Für und Wider sollte jedoch vor Einnahme mit dem Frauenarzt besprochen werden.
 

Fazit – Meine Meinung dazu ist:

Meine Frauenärztin empfahl mir damals als „Therapie“ die erneute Einnahme der Pille. Das wollte ich aber auf keinen Fall. Zwar kann durch die Pille das Osteoporose-Risiko wieder gesenkt werden, doch die eigentlichen Ursachen bleiben ungelöst. Und spätestens nach dem nächsten Absetzen ist das Problem wieder da. Ich entschied mich nur noch natürlich zu verhüten. Denn die Pille ist und bleibt ein Medikament, das auf vielfältige Art und Weise in unseren natürlichen Zyklus und Hormonhaushalt eingreift. Pille? Nein danke!

Styled Shoot
Fotografie: Leah Bethmann (Seite noch im Aufbau)
Location: Hotel Indigo Düsseldorf-Victoriaplatz | Kaiserswerther Straße 20, 40477 Düsseldorf
Ausstattung: Lingerie-Set Toril von Hunkemöller

Dieser Beitrag wurde nicht gesponsored. Meinung und Empfehlungen entstammen meiner persönlichen Überzeugung.
Dieser Beitrag enthält Affiliate-Links. Bei einem Kauf erhalte ich eine Provision, der Kaufpreis selbst verändert sich für euch dadurch nicht.
 

Habt ihr weitere Fragen zum Thema?