Ein etwas philosophischer Jahresrückblick in zwei Teilen.
Plus: 15 Fragen für deinen persönlichen Jahresrückblick

 
Ein Jahr geht zu Ende. Und wie viele andere kann auch ich nicht umhin, Resümee zu ziehen, von diesem Jahr, dass so turbulent war, wie kein anderes, an dass ich mich erinnern könnte.

Die vergangenen Wochen haben nichts als die Wahrheit hervorgebracht. Die Masken sind gefallen, das Konfetti von den Straßen gefegt. Zeit, sich den ganz großen Fragen des Lebens zu stellen: Wer bin ich? Wie viele? Und was möchte ich im neuen Jahr erreichen?

Mein ganz privater Jahresrückblick auf 2018 + 15 Fragen für deinen persönlichen Jahresrückblick _liebewasist.com - LIFE & STYLE ADVICE BLOG Berlin - Düsseldorf_Lifestyle-Blog_Kolumne Liebe und Leben
Foto credits @ Leah Bethmann

 

Wie fing es an, wie ging es zuende …

„The only constant ist change“ – Was nach trivialer Instagram-Weisheit klingt, und von so ziemlich jedem großen Yogameister auf die ein oder andere Art und Weise instrumentalisiert worden ist, ist – Amen! Ich kann nicht gut mit Veränderungen, da bin ich ein echtes Gewohnheitstier. Und dennoch ist Stillstand auf der anderen Seite für mich unerträglich – da bin ich ganz die Wassermann-Frau. Vielleicht bin ich deshalb auch immer in Bewegung und fühle mich auf der Yogamatte, der Laufstrecke, seit diesem Jahr auch im Fitnessstudio und eben auch vor Leahs Kamera am wohlsten. Aber nein, ich lebe ja nicht für den Sport oder schöne Digitalfotos. Ich lebe für das Leben selbst. Und das findet bekanntlich überall statt.

Die letzten Monate waren eine einzige, intensive Prüfung, eine Art kosmischer Staubsauger (ich tippe auf einen schicken, aber unendlich kraftvollen Dyson!), der alles weggeblasen hat, was keine Substanz hat und alles trennte, was nicht mehr zusammenpasst oder gehört. Doch im selben Moment wurde ein Tor in eine neue Welt geöffnet.
 

Die Bilanz der letzten Wochen

Verpasste Flüge: einer. Nicht geschriebene Weihnachtskarten: zu viele. Mistelzweige und Küsse unter selbigen: keine. Streuerklärung: verschoben. Geschenke: nur die allernötigsten. Selbst gebackene Kekse: auf ein Minimum reduziert. Fehlgeleitete Onlineeinkäufe: drei – glücklicherweise alle mit Retoure. Ich kenne die Bilanz eurer letzten Wochen nicht, ich selbst fühle mich allerdings wie eine erschlagene Weihnachtselfe mit schrecklich schlaffen Flügelchen, die vor lauter Glitzerstaub und Glühwein „Last Christmas“ nur noch lallen kann … und außerdem drückt nun der Rest einer Erkältung, die ich mir von den Kindern meiner Schwester geliehen habe, auf meine Ohren und meinen Kopf.

Aber kommen wir mal zu den immateriellen Dingen des Jahres. Das was wirklich zählt. Im Prinzip begann mein Jahr wie jedes andere. Voll gepackt mit To-Do’s von Uni & Blog. Doch kaum waren die Fashion-Month Anfang des Jahres vorbei, dass ich mich wieder in mein Unileben stürzte, und dann wartete dieses Jahr noch etwas anderes auf mich zu.
 

Liebe sich, wer kann

Netflix zeigt uns schon lange, wie das geht. Oder zumindest gehen könnte. Es liegt in unserer Hand. Und genau das habe ich im Frühling des Jahres auch gemerkt – selbst ist die Frau. Es lagen ein paar wundervolle Monate voller Gefühle von Verliebtsein vor mir und ich habe jeden einzelnen Moment genossen, was sich sogar positiv auf mein Studium auswirkte. Denn im Gegensatz zu vielen Kommilitonen mochte ich mein Studium nie so wirklich, ich studierte tatsächlich nur für das Endergebnis, meinen Abschluss, aber der lange Weg dorthin war mir eher ein ungeliebter.

Aber auch das änderte sich mit dieser neuen Selbstbestimmtheit. Was es aber auch nicht unbedingt einfacher machte – es bilden sich neue neuronale Netze, die Welten verbinden und Seelenfamilien zusammenführen. Das Sommersemester stand für mich also ganz im Zeichen von Frühlingsgefühlen und so called Uni-Life. Ich lernte die liebe Leah kennen, die euch bis heute mit tollen Fotos hier am Blog versorgt – einmal mehr danke ich Facebook für seine Möglichkeiten Menschen zusammenzubringen, die zusammengehören, es aber selber gar nicht wussten. Kurz: Ich liebte es!
 

Wir reden selten, telepathieren oft

Und sehen uns mehr in unseren Träumen als im wahren Leben. Facetime: der Moment, wenn man jemanden sieht und erst dann realisiert, wie sehr man dessen Gegenwart, schlicht „den anderen“ vermisst, ist so voller Würde und Menschlichkeit. Und so zeitgeistig. Auch das durfte ich einmal mehr erfahren, da ich mit Anfang der Semesterferien einige Wochen vom neuen Mann in meinem Leben getrennt verbrachte.

Der August war eine Art kosmischer Heartcore Rollercoaster irgendwo zwischen Bonnie und Clyde, California Highway und ganz großem Kino, Daydream vs. Nightmare. Perspektiven und Filter verschoben sich. Es galt, den Berg der Wahrheit zu besteigen, sein Rufen zu hören, auf Vulkanen zu tanzen und dazwischen ein paar Velvet Mornings zu erleben. Die wenigen Tage im Jahr, in denen man barfuß aus dem Haus laufen kann, habe ich dreifach genossen – v.a. wenn ich den Mister am Wochenende sah und wir gemeinsam barfuß sein konnten. Das eigene Herz zum Guru zu machen und seiner Führung zu folgen – das war Kunst.
 

Ride or Die.

Nach Monaten des Hedonismus und Exzesses war es im September jedoch an der Zeit, sich bewusst auf eine die Saison einzustimmen und sich ganz klar und bewusst zu überlegen, was man mit den letzten vier Monaten des Jahres anstellen möchte. Ich weiß – die Zeit rennt, dass sagen wir bereits im März/ April! Es kam auf den Tisch, was ich niemals in meinem Leben hören wollte. Das Ende dieser wunderbaren und wohl leicht gefühlsduseligen Zeit. Ich kann es heute noch kaum aussprechen, doch zumindest stand am Ende ein tiefer Cut. In meinem Leben. In meinem Herzen.

Ich habe aber Frieden damit geschlossen und gedanklich ein großzügiges Ex-Boys-and-Girls-Verbrennungsritual vollzogen – eine Liste, auf die man all seine Ex-Lover, intimen Bekanntschaften und sonstige Liebschaften auf einem Zettel vereint und diesen dann ansteckt. Sofern man sich erinnern kann – ich brauchte einen Moment. Radikale Ehrlichkeit beginnt im Idealfall bei sich selbst. Oops.

Bereits morgen geht es hier mit dem zweiten Teil dieser Art Jahresabschlusskolumne weiter. Bis dahin habe ich aber auch ein paar Fragen für euch vorbereitet, die ihr euch einmal stellen könnt, um Bilanz für euer persönliches Jahr 2018 zu ziehen:
 

1. Wofür bist du dankbar?

2. Was war in diesem Jahr deine Lieblingsbeschäftigung?

3. Was war dein größter Fehler?

4. Wann warst du glücklich?

5. Warum hast du das nicht öfter gemacht?

6. Was hat sich verändert?

7. Worauf bist du stolz?

(Disclaimer: Teil 2 der Fragen folgt ebenfalls im morgigen Beitrag. Die Fragen sind teilweise durch die bekannten Fragebögen von Max Frisch und Marcel Proust inspiriert.)

Der Beitrag wurde nicht gesponsert. Dieser Beitrag stellt keine psychologische oder psychotherapeutische Beratung dar! Inhalte wurden auf Grundlage meiner Erfahrungen, Erlebnisse und Meinung erstellt und entstammen meiner persönlichen Überzeugung.