Als ich vor nicht ganz vier Jahren meinen Abschluss machte, bin ich damit völlig in die Berufswelt abgetaucht. Ich arbeitete in verchiedenen Jobs, um herauszufinden, was am besten zu mir passt. Oft genug packte mich dabei Panik, ob ich damit glücklich, zufrieden werden würde. Eine Menge dieser Was-wäre-wenn’s spukten durch meinen Kopf … „Was wäre, wenn ich eine große Gelegenheit verpassen würde?“, „Wenn ich die falsche Entscheidung treffe?“, „Wenn meine wahre Berufung eigentlich ganz woanders liegt?“. Bei gesundem Menschenverstand wusste ich, dass ich nur selbstbewusst bei meinen Entscheidungen sein musste und, dass es so etwas wie „zu spät“ nicht gibt, aber den inneren Kampf konnte ich dennoch lange Zeit nicht besiegen.
Die Frage lag also auf der Hand: Finde ich Hilfe um glücklich zu werden? IMG_20150708_142653

In meiner Verzweiflung suchte ich also tatsächlich Rat bei einer Psychologin, denn ich war mir zum einen nicht bewusst, wie normal dieses Zweifeln ist und zum anderen fehlte mir einfach ein Lösungsansatz für mein Problem.
Und das erste und wichtigste, dass ich von dieser Therapeutin gehört hatte: E
s ist völlig normal sich genau so zu fühlen.
Es wäre vermutlich sogar merkwürdig, wenn keine Zweifel bestünden und man nicht an der einen oder anderen Entscheidung strauchelte. Wir müssen alle durch diese Phase durch, unsere älteren Schwestern mussten es, unsere Mütter und Großmütter auch und sie alle haben sich in dieser Lebensphase gerfragt, ob sie auf dem „richtigen Weg“ sind. IMG_20150708_142825

Als aber ein paar Jahre ins Land gingen, begann ich zu realisieren, dass es keinen vorgeschrieben Weg gibt, genauso wenig wie falsche Entscheidungen. So lange man bei jeder Entscheidung auf sein Bauchgefühl und sein Herz hört, kann man eigentlich nicht auf den falschen Weg kommen. Selbst wenn die getroffene Entscheidung zunächst nur dazu führt, dass man realisiert, dass sie nicht die richtige war, hat sie einem genau das zumindest ermöglicht zu sehen. So lange man den Versuch nicht wagt, bleibt man aber unwissend. IMG_20150708_142147

Ich denke der schwierigste Teil dieser Wegessuche im Leben ist das Gefühl, noch nicht angekommen zu sein, als würde man sich in einer Art Grauszone befinden oder in einem Zwischenzustand.
Ich habe gelernt, dass diese Zwischenphase uns nicht nur einmal im Leben begegnet und der Schlüssel damit fertig zu werden darin liegt, gegen diese Zeit nicht anzukämpfen, sondern sie einfach anzunhemen wie sie ist.
Es ist wichtig zu wissen, dass es eben nur ein Übergang ist und, dass die Dinge sich ändern, wenn die Zeit dafür gekommen ist und nicht, weil man sich selber Druck macht. Im Prinizp dienen diese Interimsphasen genau dazu, den nächsten Schritt im Leben einzuleiten. IMG_20150708_142137

Genau ist nämlich die Phase unserer Zwanziger: eine Brücke, auf der man in verschiedene Rollen schlüpft, Jobs ausprobiert, seinen eigenen Stil findet, Freundschaften fürs Leben knüpft und sich somit seine Persönlichkeit aufbaut.
Und genau das hat eben positive Aspekte: Man steckt nirgendwo fest, kann sich überall umsehen, experimentieren und daraus lernen und braucht keine Entschuldigung dafür, dass man sich um sich selbst kümmert.
Man muss noch nicht auf alles eine Antwort haben und keiner wird das von einem verlangen.IMG_20150708_142252Habt ihr ähnliche Erfahrungen gemacht und wie seid ihr damit umgegangen? Wo holt ihr euch Hilfe, wenn ihr mal nicht weiter wisst?