… ich wollte Schauspielerin werden. Dann Tänzerin und danach Psychologin. Letztendlich hat mich meine „Tanzkarriere“ über eine Verkettung von Umständen zur Medizin gebracht. Und da bin ich hängen geblieben – trotz schlechter Arbeitsbedingungen, strenger Hierarchie im Joballtag und „als Frau“ hat man es ja sowieso nicht leicht, aber das schweift zu sehr vom Thema ab.
Die Frage ist, was ist uns wichtiger – Privatleben oder Karriere – und was machen wir daraus?

IMG_20150215_165130Schaue ich mir meine Eltern an und deren Entscheidungen im Leben, kann ich behaupten, dass sie sehr glückliche Menschen sind. Aber … es gibt Momente im Leben, in denen alles doof ist. Den perfekten Job findet man selten und nicht alles kann immer nach Plan laufen. Es scheint wichtiger herauszufinden, was genau wir wollen und damit glücklich zu werden. Haben wir das eine gefunden und wollen es so sehr, dass es okay ist, auch die nicht so guten Seiten daran zu akzeptieren, ist es wohl das richtige.

Als Kind habe ich gerne mit meiner besten Freundin Verkleiden gespielt. In einer anderen Rolle Geschichten zu erzählen war für uns ein spaßiger, nachmittagsfüllender Zeitvertreib. Ich schlüpfe heute immer noch in verschiedene Rollen – auf eine andere Art und Weise. Mal Trostspender, mal Ratgeber zu sein, macht meinen Beruf doch recht vielseitig, in jedem Fall ist es ein ausfüllender Zeitvertreib. Ob meine Rolle in einem medizinischen Beruf auf das kindliche Verkleiden zurückzuführen ist … könnte mir wohl ein Psychologe besser beantworten … in jedem Fall könnte es ein Zeichen dafür sein, dass ich länger gebraucht habe meinen Platz zu finden, die richtige Rolle sozusagen.

IMG_20150215_165116Als ich in der gymnasialen Oberstufe mein Interesse für die Medizin entdeckte, wusste ich zunächst nicht, ob ich jemals in einem so „blutigen“ Beruf arbeiten könnte. Ich hatte keine Ahnung ob mir beim Anblick von Körperlichem oder im Umgang mit kranken Menschen schlecht werden würde. Der einzige Weg das herauszufinen war ein Praktikum. Es ist nicht wichtig sofort nach dem Abschluss zu wissen was man sein Leben lang machen möchte. Manchmal braucht es Zeit das es zu entdecken. Und bevor man etwas versucht hat, kann man auch kaum wissen, ob es das richtige ist.
Ich fand zumindest heraus, dass ich Blut sehen kann.

Zweifle nicht Entscheidungen zu treffen, weil du Angst vor den Reaktionen anderer hast. Über die Frage, warum ich in meinem Beruf oft so unzufrieden, teilweise unglücklich war, habe ich viele Monate nachgedacht. Ich habe nicht einmal eine genaue Antwort darauf gefunden, doch fasste den Entschluss, dass ich etwas verändern muss. Das Problem hierbei war nicht die Angst vor dem großen Unbekannten, sondern viel mehr der Gedanke davor, was andere über mich denken. Wie würde es aussehen den Job einfach an den Nagel zu hängen um für einige Wochen nach Nepal zu gehen und dort zu arbeiten, gleichzeitig aber mein Berufsumfeld im Stich zu lassen? Und wie groß würden die Erwartungen sein an das, was kommt? Es scheint jedoch wichtiger sich selbst zu fragen, was einem Zufriedenheit beschert, als etwas nicht zu tun, weil man den Erwartungen anderer unter Umständen nicht gerecht werden würde.

IMG_20150215_165737Schlussendlich ist der Beruf nicht alles. Wir füllen unseren Lebensalltag ja – erfreulicherweise – auch mit privaten Dingen. Wie stellen wir uns das Leben vor … ist es wichtiger einen Karrierestart hinzulegen oder die eigene Familie aufzubauen? Oder, wie ist es möglich beides unter einen Hut zu bringen? Manchmal muss man Kompromisse eingehen, Prioritäten setzen, um privates und berufliches im Gleichgewicht zu halten. Verliere nie den Blick für das große Ganze – vielleicht braucht es nur etwas Zeit es zu vollenden.