1Wenn wir in die Erwachsenenwelt eintreten, haben wir in der Regel mit einer Reihe von Probleme zu kämpfen, die uns das Leben zuteilt, durch die wir aber auch reifer und hoffentlich weiser werden und die uns zeigen wo unsere Reise hingehen soll, bzw. welche Rolle wir dabei spielen möchten. Das macht diesen Lebenabschnitt zu einer ganz besonderen und nicht unbedingt einfachen Zeit – vor allem, weil niemand einen darauf vorbereitet.
Wenn ich mich mit gleichaltrigen Freunden und Bekannten unterhalte, merke ich oft, dass wir zumeist das Gefühl haben im Leben hinterher zu sein …  mehr Geld verdienen, eine feste Beziehung führen oder für unseren Job brennen zu müssen. Die Wahrheit ist aber, dass wir in diesem Alter oft immer noch dabei sind all diese Dinge für uns herauszufinden. Genau dafür ist dieser Lebensabschnitt gut und Zukunftsangst sollte in weiter Ferne liegen …

Wenn du anfängst wirklich zu wissen wer du bist …
Herauszufinden wer man wirklich ist, was man wirklich mag und wo man sich im Leben sieht, ist das Grundlegendste, über das man sich mit Mitte Zwanzig Gedanken macht. Man wird weniger beeinflussbar von seinen Mitmenschen und richtet die Aufmerksamkeit  zunehmend auf sich selbst. Je mehr man sich mit sich selber auseinandersetzt und herausfindet, wer man ist und sein möchte, desto eher trifft man die richtigen Entscheidungen im Leben – die, die einem wirklich Hezren liegen.2Wenn du herausfindest was du nicht willst …
Selbst wenn du denkst bereits zu wissen was du willst (vor allem beruflich) … die meisten unserer Generation sind immer noch dabei das zu ergründen. Und das ist auch völlig okay! Wie sollten wir das auch wissen, nach gerade mal ein paar Jahren in der Erwachsenenwelt, in der Realität? Jetzt ist die Zeit diese entscheidenden Dinge herauszufinden. Und dabei herausgefunden zu haben was man nicht machen will, ist schon die halbe Miete!

Wenn du eine handvoll wirklich enger Freund hast …
In der Schule und auch noch auf der Uni finden wir uns zu Grüppchen von Freundkreisen zusammen – man findet sich zwangsweise aus Zweckgründen. Mit dem Erwachsenwerden legen wir jedoch immer mehr Gewicht auf individualisierte Beziehungen zu unseren Mitmenschen. Wir finden uns zu verschiedenen Freundschaften in verschiedenen Bereichen unseres Lebens, die nach gegenseitigen Interessen und Bedüfnissen gerichtet sind. Diese Freundschaften sind daher viel wertvoller für unsere Persönlichkeitsentwicklung, als ein Netzwerk von Zweckgemeinschaften, die man nach Erfüllung ihrer jeweiligen Funktion gerademal in Facebook und Co. aufrecht erhält.3Wenn du gerade genug verdienst um auszukommen …
Mit Anfang zwanzig denkt wohl noch keiner ernsthaft über die „hohe Kante“ für den Lebensabend nach. Wir befassen uns lediglich damit genug Geld zu verdienen, dass es zum Leben mit all seinen Facetten namens Reisen, Hobby, Ausgehen, Shoppen usw. reicht. Wenn wir an dem Punkt in unserem Leben stehen, wo alles in geordneten Bahnen läuft, fangen wir an uns über Sparkonten Gedanken zu machen … doch für den Moment ist es absolut okay, genau das zu verdienen, was man braucht.

Wenn es dir nicht unangenehm ist allein irgendwo zu erscheinen …
Unabhängiger zu werden ist eine Eigenschaft, auf die wir in dieser Phase des Lebens einen verstärkten Fokus setzen und das beeinflusst alle Lebensbereiche. Wir sind weniger auf unsere Freunde angewiesen und müssen nicht alles zusammen unternehmen. Alleine ins Kino zu gehen oder auf einer Veranstaltung aufzutauchen wird immer selbsverständlicher und macht uns auch selbstsicherer. Für diesen Zugewinn dürften wir uns gerne auf die Schulter klopfen. 4

Wir sollten uns immer daran erinnern: es gibt kein „normal“! Jedermanns Lebenweg ist unterschiedlich und deshalb gibt es auch keine Generalantwort auf die Frage, wann man wo in seinem Leben stehen sollte. Wann immer wir uns diese Frage stellen, sollten wir die zermarternden Gedanken darüber einfach von uns werfen – sie sind unproduktiv und erzeugen Ängste. Vertraue deinem Bauchgefühl und deiner Ehrlichkeit dir selbst gegenüber – dann gibt es keinen Zweifel, dass du genau das stehst, wo du solltest.

In welchen Lebenssituationen kommen bei euch Zweifel auf und wo lasst ihr euch stärker beeinflussen, als es euch lieb wäre?