Durch meine Erfahrung mit Männern – gute und noch mehr von der schlechten Sorte – habe ich gelernt eine ziemlich unabhängige Frau zu sein und war nie wirklich angestrengt auf der Suche nach einem Partner. Den letzten Mann, mit dem ich meine Zeit intensiv verbrachte, kannte ich bereits 2 Jahre über die Arbeit bevor wir anfingen uns privat zu treffen. Wie dieses Zusammensein geendet ist, hatte ich bereits erwähnt – wir beschieden unsere tiefe Zuneigung nicht in einer Fernbeziehung enden zu lassen und gingen auf getrennten Wege weiter.

IMG_20150810_153312Nach unserer Trennung tat es fast mehr weh diesen, für mich so besonderen Menschen zu verlieren – als Freund, mit all unseren guten Gesprächen – als dass wir uns nicht mehr dateten.

Doch kürzlich, nach über 10 Monaten gar keinen Kontakts, kam schließlich eine Nachricht von ihm – nicht, als ich zu Besuch in der Stadt war, in der er sein Leben führt, auch nicht, als ich in Nepal war oder nur kurze Zeit vor den Erdbeben von dort wiederkehrte. Inhalt waren zwei kurze, simple Fragen: „Wie geht’s dir? Was machst du?“. Nun habe ich mich erstmal entgegen all meiner „Prinzipien“ verhalten – zu meiner Verteidigung sehe ich diese Art von Kontaktaufnahme nicht als dating-relevant an – und nicht geantwortet (die elektronische Benachrichtung sozialer Kanäle via E-Mail machte es mir sogar möglich, diese Nachricht ungeöffnet zu „lesen“).
Es kam mir ziemlich plausibel vor, dass er in diesem Monat in „unsere“ Stadt zurückkehrte, mich vielleicht von der anderen Straßenseite gesehen hatte und sich daher der Impuls aufdrängte nach mir zu fragen – wenn ich doch ein Weiteres aus meinen Erfahrungen mit Männern gelernt habe, dann, dass sich kein Mann (wieder) meldet, einfach so!
IMG_20150810_153440Wie sich herausstellte, lag ich damit gar nicht so falsch – jedoch anders als gedacht … er kontaktierte mich wohl nur aus dem einen Grund, dass er ein Wiedersehen auf „unserer“ Arbeitsstelle (die ich mittlerweile jedoch nicht mehr innehabe) scheut, da er die nächsten Wochen dort eingesetzt ist, nicht aber aus echtem Interesse. Man kann das als feige ansehen oder nicht – ich betrachte es als eine Art Schutzmechanismus …

Ich machte mir mehr Gedanken darüber, dass mich die gemischten Gefühle ihm gegenüber runterziehen würden, wo ich mich in einer Phase befinde, in der sich mein (berufliches) Leben noch ungeordnet anfühlt und in der ich mich weiterentwickeln, nur forwärts bewegen möchte.

IMG_20150810_153341Sollte ich meinen „Ex“ kontaktieren?
Mein Rat an mich selbst und alle, die sich in einer ähnlichen Situation befinden: versuche dein bestes nicht die Hand nach ihm auszustrecken – vorerst.
Es ist viel wichtiger das eigenen Leben aufzubauen und sich dahin weiterzuentwickeln, wo man hin will – besonders, wenn man sich in Gedanken immer noch mit diesem (einst) so wichtigen Menschen konfrontiert sieht. Wenn du an den Punkt gekommen bist, an dem sich das Chaos beruhigt hat, du das Gefühl hast angekommen zu sein und dich geerdet und in deinem sozialen Umfeld verwurzelt fühlst, ist die richtige Zeit Kontakt aufzunehmen und vielleicht auch herauszufinden, ob eine Freundschaft machbar wäre. Dazu muss man sich doch im Inneren sehr stark fühlen, sonst kommt man den eigenen Gefühlen in die Quere.

Abgesehen davon, dass wir uns zu diesem Zeitpunkt (geografisch gesehen) so nah beieinander befinden, ist es nach jeder Art von Trennung ratsam, den Kontakt zunächst vollkommen aufzugeben um sich unabhängig von einander weiterzuentwickeln. Die Gefühle füreinander könnten sonst allzu leicht verwirrend und kompliziert werden. Sich die Zeit getrennt von einander zu nehmen um dann die Lage neu abzuschätzen, wenn man sich stabil und stark genug fühlt, ist ein guter Weg um an sich selber zu wachsen und selbstbewusster zu werden!

Würdet ihr den Ex kontaktieren? Was sagt ihr zu Freundschaft nach der Trennung?