schwarzweißfotosmama1 Ich darf mich glücklich schätzen. Glücklich darüber, dass ich eine der Mütter habe, die alles für einen sind: Mama, Freundin, Ratgeberin, Vorbild, Vertraute und jemand, der einfach immer für mich da ist.
Sicherlich, die Genetik bindet uns auf biologische Weise. Wir teilen das halbe Erbgut miteinander. Nicht umsonst sagt mir bzw. uns jeder nach, dass wir uns wie aus dem Gesicht geschnitten sind. Und das stimmt auch, denke ich. Wir sind auf den Zentimeter genau gleich groß, haben die selbe Haar- und Augenfarbe (wenn man vom Ergrauen absieht) und ebenfalls eine sehr ähnliche Gesichtsform. Nur die Nase ist nicht ganz von ihr, man erkennt bei meiner deutlich auch den Einschlag meines Papas.

Nicht weniger aber hat sie meinen Charakter geprägt, mit guten und eben auch weniger guten Eigenschaften. So sind wir zum Beispiel unglaublich stursinnig, wenn es um unsere eigene Meinung geht, haben unseren eigenen Kopf. Dafür aber ist dieser ziemlich kreativ und denkt sehr lösungsorientiert – Probleme sind da um gelöst zu werden, auch wenn das manchmal bedeutet einen Umweg in Kauf zu nehmen oder Prioritäten wählen zu müssen.

schwarzweißfotosmama3schwarzweißfotosmama4.1Doch der Generationsunterschied, mit dem wir beide leben, macht auch einen deutlichen Unterschied zwischen uns aus – und ich denke, dass geht den meisten Müttern und Töchtern, ja vielleicht jeder Generation so. Die Generation meiner Mama ging in der Regel nach der Mittelschule ab und lernte dann einen Beruf … ich hingegen bin quasi gar nicht am Abi vorbeigekommen und danach hatte ich die freie Entscheidung, was ich mit meinem Leben anfangen will. Meine Mutter wollte Floristin werden, denn sie liebte die Natur, Blumen und die Vorstellung des Kreativen bei diesem Job … doch hatte sie nicht die freie Wahl, denn „damals“ konnte man Berufe nur wählen, wenn auch Nachfrage nach Arbeitnehmern bestand. Die Zeit hat den Arbeitsmarkt und seine Möglichkeiten heutzutage stark verändert und so ist es auch mit vierzig Jahren und älter möglich seinen Berufsweg noch einmal zu ändern – auch wenn meine Mam nicht Floristin geworden ist, ist sie mit dem was sie jetzt aus ihrem Beruf gemacht hat, glücklicher denn je. Unsere Mütter haben dafür gekämpft, dass wir das im Leben bekommen, was wir wollen und sie würden es wahrscheinlich heute noch tun.
Danke Mama, dass du jeden Berufswunsch von mir unterstützt hast, bis ich scheinbar das richtige gefunden habe!

schwarzweißfotosmama2Sie ist eine starke Frau, meine Mutter. Hat die Familie mit Mann und zwei Kindern und den Vollzeitjob unter einen Hut bekommen und wirkt dabei immer noch ganz zufrieden. Sie hat mir mit auf den Weg gegeben, dass Liebe eines der wichtigsten Dinge im Leben ist, dass sie bedingungslos sein muss, damit sie hält, in guten wie in schlechten Tagen – nicht umsonst ist sie seit 35 Jahren mit ein und demselben Mann verheiratet.

schwarzweißfotosmama5Sie hat mich gelehrt, dass man seinen Wünschen treu bleiben soll um mit sich selbst im Reinen zu bleiben. Das heißt nicht, sich mit allem zufrieden zugeben, sondern für sich selbst den besten Weg im Leben zu finden auch, wenn dieser länger als erwartet ist.
Danke Mama, für jeden Tag mit dir, jedes Telefongespräch, jeden Rat, jede Umarmung, wenn es mir mal nicht so gut ging und jedes kulinarische Highlight, dass du auf den Tisch gezaubert hast. Ich bin sehr froh ein bisschen du zu sein. Und ich hoffe auch ein wenig davon an meine eigenen Kinder weitergeben zu können.