Als Teenager und auch noch Anfang zwanzig war es für mich mindestens genauso schwierig auch nur kleine Entscheidungen zu treffen, zum Beispiel ein Restaurant auszuwählen oder auch nur ein Gericht auf der Speisekarte, wie viel bedeutendere, zum Beispiel den Studienort festzulegen. In meinem Kopf fuhren die Pros und Kontras Achterbahn und selbst, wenn ich sie dann getroffen hatte, hinterfragte ich immer noch, ob es die richtigen waren. IMG_20150529_180123

Die erste Entscheidung, die ich wirklich ganz alleine treffen musste, war die, mich von einer langjährigen, bis in den Sandkasten reichenden Freundschaft zu trennen. Diese Freundschaft hatte sich über die Jahre des Erwachsenwerdens einfach so sehr in unterschiedliche Richtungen verändert, dass sie mir die meiste Zeit des Zusammenseins nicht mehr gut tat. Am liebsten wollte ich meine Mitmenschen nach Rat fragen, doch letztenendes merkte ich, dass ich nur darauf hoffte, jeder würde mir raten sie zu beenden und dann würde alles gut werden. Wenn das also das war, was ich hören wollte, ist es genau das, was ich wollte.

Nach dieser Erfahrung merkte ich eine entscheidende Sache: ich war nie unschlüssig! Ich hatte nur immer Schwierigkeiten darauf zu hören, was ich wirklich wollte und mich nicht von den Ansichten und Bewertungen anderer einnehmen zu lassen. Ich realisierte, dass meine Angst Entscheidungen zu treffen nur daraus resultierte, was meine Umwelt möglicherweise über mich dachte. Um (wichtige) Entscheidungen zu treffen halte ich mich daher an ein paar Basics …IMG_20150529_180158Einen klaren Kopf bekommen
Das klingt viel zu einfach, aber manchmal vergessen wir Entscheidungen besser erst zu treffen, wenn Emotionen, Stress und Ängste unseren Verstand nicht beeinträchtigen. Manchmal reicht es schon eine Nacht darüber zu schlafen um klar im Kopf zu werden … oder man probiert es mit Meditationstechniken, einer Auszeit für den Kopf.

Ängste, Bewertungen und die Ansichten anderer ingnorieren
Ob es darum geht, welches Outfit du wählst oder welchem Beruf du nachgehen willst, es ist absolut normal darüber nachzudenken, was andere davon halten. Es hat eine Weile gedauert, bis ich selbst bemerkte wie wichtig mir die Meinung meiner Eltern war, wenn ich Entscheidungen traf … eine ganze Reihe davon nur, um sie glücklich zu machen. Dabei bin ich am Ende die Person, die mit diesen Entscheidungen leben muss und das einzige, was meine Eltern für mich wollten, war, dass ich glücklich wurde.
IMG_20150529_180204Einfach mal reinschlüpfen
So einfach wie man ein neues Kleid nicht kaufen sollte bevor man es anprobiert hat, sollte man es auch mit Entscheidungen halten. Probiere jede Situation in deinem Kopf aus … wie ist dein erstes Gefühl dabei? Wenn du dich selbst in einer dieser Optionen sehen kannst und dich dabei wohl fühlst, stehen die Chancen gut, dass es die richtige Entscheidung wäre.

Hör auf deinen Körper
Es ist wirklich erstaunlich wie sehr unserer Körper mit unserem Geist verbunden ist … Menschen, die sich in ihrem Job nicht wohl fühlen bekommen oft Kopfschmerzen oder gehen mit Bauchweh auf die Arbeit. Sie werden krank davon. So teilt uns der Körper mit, wie wir uns fühlen. Es ist also wichtig auf diese Symptome zu hören – erhöht sich der Druck bei einer Option, fühlt es sich befreiend an bei einer anderen?IMG_20150529_180256Es gibt keine „richtige“ oder „falsche“ Antwort
Es gibt keine falsche Entscheidung! Triffst du eine Entscheidung und bemerkst im Nachhinein, dass sie dir Schwierigkeiten bereitet, musst du die Richtung ändern und eine neue Entscheidung treffen. Wir selbst haben die Kontrolle über unser Leben und es gibt kaum eine Entscheidung, die du treffen kannst, die dich in einen Abgrund stürzen würde, aus dem du nicht mehr herauskommst. Die Vorstellung es gibt nur richtig oder falsch, schwarz und weiß, versetzt uns nur in noch mehr Stress. Die richtige Antwort aber ist die, die deinem Instikt folgt … und manchmal braucht das einfach ein, zwei Anläufe mehr um sie zu finden.

Habt ihr Probleme bei Entscheidungsfragen? Und was hilft euch dabei sie zu klären?