Spulen wir zurück an den Anfang der Fashionblogger-Ära: der Photographer-Boyfriend war entscheidend für den Erfolg eines Blogs, genauso wie neueste Designertasche. Okay, die Handtasche scheint es auch heute noch zu sein. Aber was ist mit denen, die keinen „Boyfriend“ haben? Ein Blog lebt neben authentischen Texten durch seine Bildsprache. Gute Fotos sind unverzichtbar!

Im Lifestyle-Bereich kann  man sich noch ganz gut selber beweisen: Food und Flatlays, Interior, das alles lässt sich wunderbar ablichten. Wollt ihr Fashion-Beiträge auf den Blog bringen, die berühmten Lookbooks und #ootds, dann wird es aber schon schwierig. Es braucht ein Stativ und einen Fern- oder Selbstauslöser und die Fotos werden leider selten wie man sie haben will.

Heute erfahrt wie liebewasist.com zu seinen Fashion-Fotos kommt und wer dafür hinter der Kamera steht. Wer selber auch einen Fotografen für seinen Blog sucht, für den habe ich außerdem ein paar effektive und günstige Tipps!


 
Aller Anfang ist schwer

Anfang 2015 war hier noch alles andere als professionelles Fotomaterial am Blog zu sehen. Meine Looks haben Mama oder beste Freundin geschossen, später auch Kommilitoninnen oder Arbeitskollegen. Von Bearbeitung keine Spur – aber das ist es wohl, was man Weiterentwicklung nennt. Mit dem Re-launch Mitte Februar hat sich hier nämlich einiges geändert. Und dennoch lief es nicht immer rund …
 

Fotografieren kann doch jedes Kind!

Ein Smartphone hat heutzutage jeder und das kann tatsächlich gute Fotos machen. Anfangs habe ich auch nur mein Handy bedient, später leistete meine Fujifilm treue Dienste. Das ist zum Ausprobieren auch ganz gut – nicht alle Fotos müssen schließlich von einem professionellen Fotografen geschossen werden. Aber letztendlich kommt es doch auf den eigenen Anspruch an und dafür ist eine gute Kamerausrüstung und auch jemand, der sie bedienen kann, unverzichtbar. Und nicht zu vergessen der Aspekt, das Fotografieren eben auch großen Spaß macht – mir zumindest!


 
Fotografie ist mehr als Fotos zu knippsen

Die Suche nach einem Fotografen war lang … Ich probierte es mit vielen. Doch das Problem ist, du musst dich mit deinem Fotografen schon wirklich wohlfühlen, denn der Kontakt wird zwangsläufig sehr eng – auch körperlich. Er sieht dich so nah, wie oft nur wenige Menschen in deinem Leben, und dabei sieht er nicht nur das Schöne sondern auch die Makel.

Lange rede kurzer Sinn. Irgendwann entdeckte ich Sarah Pritzel auf Instagram und schrieb sie nach einem Aufruf via Facebook einfach an. Aus dem ersten TFP-Shooting* wurden weitere und schließlich wurde nicht mehr nur geshootet, sondern wir hatten auch eine Menge Spaß; bei Events und Fashion-Shows oder (eine gemeinsame Leidenschaft) beim Ausprobieren neuer Restaurants und Cafés hier im Umkreis von Düsseldorf. Und aus Fotografin und Bloggermodel ist eine Freundschaft entstanden.


 
Doch wie findet man eine Fotografin wie Sarah?

Google ist in Sachen Internet nun mal dein bester Freund und Helfer! Es kommt auf die richtigen Suchbegriffe an. Nur nach einem „Fotografen Berlin“ zu suchen, wird euch zwangsweise auf haufenweise Homepages von Hochzeitsfotografen in der Umgebung bringen – und die verlangen definitiv ein Honorar, dass ich mir am Anfang nicht leisten könnte! Versucht es also besser mit „Fotograf TFP Berlin“ oder „Fashionblogger Fotograf Berlin“.

Googles kleiner Partner in Sachen connecting people ist definitiv Facebook! Postet einen Aufruf oder sucht in bestimmten Gruppen. Aber Vorsicht, einen Tipp, den Sarah euch mit auf den Weg geben kann:

Es gibt zwar Gruppen, in denen Fotografen bzw. Hobbyfotografen ihre Dienste kostenlos anbieten, aber oft suchen sie nur Aktmodelle. Ich verstehe beim besten Willen nicht warum!

Sarah habe ich übrigens über Instagram durch Geo-Tagging gefunden, was hervorragend funktioniert, um einen Fotografen in der Nähe zu finden: #FotografBerlin bringt z.B. direkt 4.268 Aufrufe!
 

Lasst euch nicht verarschen

Dann gilt es die Spreu vom Weizen zu trennen. Wie schon oben erwähnt gibt es viele schwarze Schafe, die ihr Unwesen mit der Fotografie von jungen Frauen treiben. Als ich bei meiner Suche an einen dieser Fotografen geriet, kam mir das zum Glück schnell komisch vor und es kam nie zu einem ersten Treffen.

Schaut euch das Fotografen-Portfolio genau an oder auf ihre fb-Page, denn seriöse Fotografen laden ihr Arbeit als Art Visitenkarte gerne auf den eigenen Accounts hoch. So seht ihr welche Arbeit ihr vom Fotografen erwarten dürft und könnt direkt einschätzen ob das zu euch und eurem Blog passt.

Man sollte sich einen Fotografen suchen, mit dem die Chemie stimmt. Es geht hier schließlich nicht um 0815-Passbilder, sondern eines der wichtigsten Instrumente deines Blogs. Bildsprache und -Stil müssen für dich passend sein und dir gefallen.

 

Seid fair und vertragt euch

Habt ihr den Richtigen gefunden, mit dem ihr auch dauerhaft zusammenarbeiten wollt, kann ich euch nur raten einen Vertrag aufzusetzen. Zum einen wird darin festgehalten, wie und in welcher Art ihr zusammenarbeitet; es geht um grundlegende Dinge wie Urheber- und Nutzungsrecht, genauso wie Vergütung. Das macht das ganze sehr professionell und es kommt nicht zu Missverständnissen. Zum anderen ist es nur fair eurem Fotografen gegenüber, dass er nicht jedes Mal for free shootet, sondern einen Anteil eures Gewinnes erhält, wenn ihr Umsatz mit den Beiträgen macht.

Deswegen ist Sarah seit Anfang August auch offiziell freie Mitarbeiterin bei liebewasist.com. – das ist transparent und ehrlich.

Schlussendlich braucht es Zeit bis der partner in crime für eure Fotos gefunden ist und wohl auch ein bisschen Erfahrung, bis gute Fotos entstehen. Es ist immer Platz nach oben um dazuzulernen, für beide Seiten.
Wenn ihr noch mehr über Fotografie für Blogger erfahren wollt, dann solltet ihr der lieben Sarah unbedingt mal einen Besuch auf ihrem eigenen Blog abstatten: Sie schreibt gerade an einem Buch zum Thema und ihr könnt mitentscheiden, welche Fragen geklärt werden sollen!

Fotografie / photography: Sarah Pritzel
*Ein TFP ist ein Fotoshooting auf Gegenseitigkeit. TFP bedeutet „time for prints“. Das Model investiert Zeit und bekommt dafür kostenlos Fotos. Weder der Fotograf bezahlt das Model, noch umgekehrt.
 

Wer macht eure Fotos für den Blog? Mit welchem Equipment shootet ihr? Und welche Fragen zum Thema Fotografie für Blogger interessieren euch brennend?