In punkto Kleidung und Mode bin ich in vielerlei Hinsicht eine Granny: ich trage am liebsten Klassiker und Basics und tue mich mit neuen Trends schwer – die meisten entdecke ich erst Monate später für mich. Außerdem achte ich peinlichst auf das Preis-Leistungs-Verhältnis und wenn ich ein Kleidungsstück gefunden habe, dass mir gut gefällt, trage ich es bis zum „Fashion-Tod“ – was z.B. der Fall ist, wenn ein Wollmantel wie ein abgetragener Teddy ausschaut.

Und weil ich meine Lieblingsstücke so gern habe, achte ich auch sehr genau auf sie und pflege sie, damit ich möglichst viele Jahre an ihnen Freude habe. Als mich kürzlich eine Leserin fragte, wie mein 8 Jahre altes Shirt noch (fast) wie neu ausschaut, dachte ich mir, vielleicht wäre es auch für euch interessant meine Pflegetipps in Sachen Kleidung zu lesen.


 
Wann sollte man ein Kleidungsstück aus Wolle waschen?

Ob Alpaka, Merino oder Lambswool – jetzt wo es draußen kalt und ungemütlich wird, ist Wolle unser liebster Begleiter. Wie lange wir den Lieblingspullover tragen können, hängt aber eben nicht nur von seiner Qualität, sondern auch von der richtigen Pflege ab.

Wolle kann aber sehr empfindlich sein: ähnlich wie unser Haar ist jede Wollfaser von einer Schuppenschicht umschlossen, die sehr empfindlich auf Nässe reagiert. Sie kann aufrauen, die einzelnen Fasern verhaken sich ineinander, verfilzen und dann läuft der Pulli ein. Auch hohe Temperaturen sind ein absolutes Tabu!
Dank schmutz- und geruchsabweisender Eigenschaften von Wolle reicht es vollkommen aus, sie ein paar Mal zu lüften, bevor man sie wäscht – am besten in feuchter Nachtluft, denn so verschwinden Knitterfalten und Gerüche. Aber ab und zu braucht selbst Wolle einen Waschgang …
 

Ist Handwäsche immer die richtige Lösung für Wolle?

Wenn man Wollsachen per Hand wäscht, muss man auf die richtige Wassertemperatur achten: nie heißes, sondern Wasser, das nicht wärmer als 30 Grad ist, verwenden. Das Waschmittel sollte sich zudem vollständig im Wasser aufgelöst haben, bevor in Kontakt mit dem Kleidungsstück kommt. Da sind flüssige Wollwaschmittel bestens geeignet, aber bitte nicht zu viel, denn das kann beim Waschen zu Verfilzungen führen.
Am besten bewegt man das auf links gedrehte Stück langsam in der Lauge hin und her; Nicht reiben, kneten oder wringen! Anschließend gründlich mit klarem Wasser ausspülen.


 
Die richtige Pflege für Seide und synthetische Stoffe

Ein angenehmes Tragegefühl auf der Haut, aber dafür anspruchsvoll in der Pflege, das ist typisch für seidige Stoffe. Die empfindlichen Kleidungsstücke werden am besten sehr schonend in kalter bis lauwarmer Seifenlauge mit der Hand gewaschen. Hartnäckige Flecken sollten niemals partiell mit Wasser entfernt werden, da leicht Wasserränder und Verfärbungen entstehen. Zum Trocknen empfiehlt es sich entweder das nasse Seidenteil auf einen Bügel hängen und trocknen lassen (sehr schonend!) oder das Kleidungsstück auf einem Handtuch auszubreiten und einzurollen, um ihm den Großteil der Feuchtigkeit zu entziehen; danach unbedingt auf einem Bügel weitertrocknen.

Extra-Tipp: Seide kann auf niedriger Stufe und ohne Dampf sogar vorsichtig gebügelt werden. Damit Seidensatin schön glänzend bleibt, vor dem Bügeln einen Schwamm in Essigwasser tauchen und die linke Seite des Stoffes befeuchten.

Andere seiden-ähnliche Stoffe wie Viskose und Polyester neigen sehr zum Knittern. Viskose ist relativ empfindlich und darf nur bis 150 °C gebügelt werden. Der Stoff ist sehr dünn, was ihn anfällig für kleinere Löcher macht, daher sollte Viskose nur bis 40 °C in der Waschmaschine mit Feinwaschmittel gewaschen werden. Polyester kann dagegen bis zu 60 °C in der Waschmaschine gewaschen werden und darf bei geringer Hitze sogar in den Trockner.

Extra-Tipp: Gallseife eignet sich übrigens hervorragend zum Flecken entfernen auf diesen Stoffen: einfach die betroffenen Stelle vorsichtig damit bearbeiten, dann wie beschrieben waschen.


 
Denim-Pflege: Jeans richtig waschen

Die Zeiten, in denen man sich mit Jeans bekleidet in die Badewanne legte, um sie auf Körperform zu bringen, sind dank Elasthan mittlerweile vorbei. Aber wie wäscht man Denim eigentlich?

Grundsätzlich verhält es sich bei der Waschhäufigkeit wie bei den Wollpullis: nicht nach jedem Tragen! Denn zu häufiges Waschen kann Einlaufen und Ausbleichen verursachen und Material und Farbe leiden gleichermaßen. Ist man auf eine extralange Lebensdauer der Jeans aus, würde ich das Waschen so lange wie möglich herauszögern. Gegen festgesetzte Gerüche hilft auch hier, die Jeans zwischendurch gut auszulüften.
 

Worauf muss ich beim Waschen achten?

Ist es aber soweit und die Jeans muss doch mal in die Wäsche oder hat ernsthafte Flecken abbekommen, dann dreht man die Hose auf links und wäscht sie bei max. 30 Grad. Man sollte übrigens nie mehr als drei Jeans auf einmal waschen und auch nur ähnliche Farbtöne miteinander mischen, um Falten und Streifen zu vermeiden.
 

Everything else

Eine eigene Waschmaschine besitze ich tatsächlich nicht, sondern bringe meine Wäsche noch ganz Student-like zum Waschsalon – nicht weil es günstiger ist (das ist es nämlich keineswegs!), sondern weil es in meinem kleinen City-Appartement einfach keinen Platz für eine monströse Maschine gibt.

Aber wie jede gute Hausfrau, teile ich meine Wäsche nach hell und dunkel. Weichspüler kommt der Umwelt zu Liebe überhaupt nicht zum Einsatz – und auf Sportkleidung hat der sowieso nichts zu suchen. Außerdem liebe ich den Schnellwaschgang, weil ich keine 3 Stunden auf die Wäsche warten möchte und die Kleidung so auch nicht ewig in Wasser getränkt wird – und auch das ist besser für die Umwelt.
Weil ich bügel-faul bin, schlage ich die Kleidung nach dem Waschen ganz sanft, feucht aus, dann kommen sie auf den trockner oder Blusen, Shirts und Jacken auf einen Bügel. Pullover gehören übrigens nicht auf einen Bügel, sondern locker zusammengelegt, denn sonst verzieht sich ihre Form!

Studio-Foto: Sarah Pritzel
Dieser Beitrag wurde nicht gesponsored. Meinung und Empfehlungen entstammen meiner persönlichen Überzeugung.
 

Wie oft wascht ihr bestimmte Kleidungsstücke? Habt ihr besondere Pflegtipps oder Geheimnisse für empfindliche Teile?