IMG_20150123_164119Ich mag Bananen eigentlich überhaupt nicht. Ich weiß nicht genau ob es der Geschmack ist, der Geruch oder die Konsistenz, die mich abstößt. In jedem Fall bringe ich es schon seit meiner Kindheit nicht über mich sie zu essen.

Während meiner praktischen Ausbildung musste ich für einige Zeit mit einem zehn Quadratmeter großen Wohnheimzimmer Vorlieb nehmen. Bett, Tisch, Stuhl und ein Wandschrank hatten darin Platz, wenn man sich noch einmal im Kreis drehen wollte. Ich schaffte es noch einen kleinen quadratischen Kühlschrank und einen elektronischen Grillofen unterzubringen, damit waren alle kulinarischen Möglichkeiten ausgereizt. Viel Platz bot der Ofen nicht, aber er buk jeden Abend zuverlässig mein Brot auf.

Als Tochter einer gelernten Köchin, die nebenbei auch noch fantastische Kuchen zubereitete, lernte ich früh was Butter, Zucker und Mehl für einen Variationsreichtum boten. Im Zusammenspiel unterschiedlicher Mengen dieser Basiszutaten resultierten so viele verschiedene Kuchen, Kekse und Törtchen. Kuchen zu backen ist eine Wissenschaft: jedes Detail, von der Technik wie man den Teig rührt bis zur Mehlsorte, die verwendet wird, macht einen Unterschied. Eine Prise Salz im Schokoladenkuchen lässt ihn singen, ein Hauch Zimt zaubert Weihnachten in eine Keks.

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Während der Zeit im Wohnheim habe ich an den Wochenenden häufig Kollegen auf der Arbeit besucht um mit ihnen die Pause zu verbringen und zu quatschen. Mit den Jahren an Lebenserfahrung, die sie mir voraus hatten, sprachen wir viel über den Arbeitsalltag, aber auch über privates. Eine sehr liebe Kollegin erzählte mir gern von ihren vielen Reisen. So zum Bespiel über Sydney. Sie erwähnte Kängurus, Koalas, das Australian Ballet im Sydney Opera House, Barbecues und Bananenbrot. Was ich wohl mit ihr gemein hatte, war die Abneigung gegen Bananen … ihre Konsistenz, der Geruch, der Geschmack. Doch das australische Bananabread hatte es ihr so angetan, dass es mitunter ein Grund war, noch einmal nach Down-Under zu reisen. Aufgebacken mit einem Stück salziger Butter, die darauf zerschmolz … ich musste dieses Brot probieren! Es war nur etwas zu kostspielig dafür gut dreiundzwanzig Stunden Flug in Kauf zunehmen.

Ich durchforstete also das Internet nach meinen Möglichkeiten. Und stieß zu leisem Bedauern nur auf Rezepte und hatte keine Ahnung wie ich die in meiner „Küche“ umsetzen sollte. Ich hatte nicht mal eine Kuchenform! Doch Probleme sind bekanntlich da um gelöst zu werden, also nahm ich Maß an meinem kleinen Elektro-Ofen und marschierte in die Stadt um eine passende Kastenform zu kaufen.

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Das Ergebnis des Rezeptes – das zudem auf Anhieb gelang! – war ein saftig, weicher Kuchen mit einer knusprigen Krume und gerösteten Walnüssen darauf. Wir trafen uns an einem Samstag während ihrer Schicht gegen Nachmittag, setzten uns in den kleinen Aufenthaltsraum neben den Dienstzimmern und krümelten das halbe Brot weg. Ein leicht vanilliges Aroma unterstrich die Süße des klebrigen und zugleich fluffigen Teiges. Er schmeckte nach Bananen. Und er schmeckte gut. Nicht getoastet und auch ohne salzige Butter, kam das Ergebnis dem Original wohl recht nah. In jedem Fall aber kann ich nun behaupten, dass ich Bananen esse.

Das Rezept: IMG_20150123_170635
3 (sehr) reife Bananen
75 Gramm geschmolzene Magarine
160 Gramm Zucker
180 Gramm Mehl
40 Gramm Vanillepudding-Pulver (entspricht einem Päckchen)
1 Teelöffel Backpulver
1 Prise Salz
Nüsse als Topping

Bananen mit einer Gabel zermatschen, leicht abgekühlte Magarine und Zucker damit vermengen. Mehle, Puddingpulver, Backpulver und Salz unterheben. Masse ich eine mit Backpapier ausgelegte Kastenform geben, Nüsse darauf verteilen.

Bei 170 Grad (Umluft) etwa 40- 50 Minuten backen. Gegen Ende eine Holzstäbchenprobe machen um zu testen ob der Teig durch ist  – er darf noch leicht klebrig, aber nicht mehr feucht sein!