Es gibt verschiedene Wege mit einem Blog Geld zu verdienen. Eine gute Möglichkeit sind Kooperationen mit Firmen – die sogenannten Sponsored Posts.  Nun hast du deine erste Kooperation an Land gezogen doch was, wenn der Kunde nicht zahlt?

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In meiner „Laufbahn“ auf liebewasist.com ist es leider auch schon das eine oder andere Mal vorgekommen, dass Kooperationspartner sich nicht an die vereinbarten Spielregeln halten. Andere wiederum haben „nur“ ein schlecht aufgestelltes Rechnungswesen. So oder so, steht dir dein Honorar zu! Heute erfährst du also, wie vorzugehen ist, wenn der Kunde nicht zahlt – wann Verzugszinsen oder gar ein Mahnverfahren notwendig ist und wie das aussieht.
 

Wichtig: korrekte Basisbedingungen auf der Rechnung schaffen

Niemand mahnt gerne, aber manchmal geht es eben nicht anders. Bevor es überhaupt soweit kommt, ist natürlich darauf zu achten, dass die Angaben auf deiner Rechnung auch wirklich einwandfrei sind.

Dazu gehört neben

  1. den vollständigen Namen und Anschrift sowie Kontaktdaten des leistenden/liefernden Unternehmens
  2. den vollständigen Namen und Anschrift des Leistungsempfängers (Kunden)
  3. die Leistung (Art, Menge, Datum, Preise),
  4. die Zahlung (Zahlungsbedingungen, Bankverbindung)
  5. die eindeutige Rechnungsnummer, die zwar nicht lückenlos vergeben werden muss, aber nur einmalig verwendet werden darf
  6. die Umsatzsteuer-Identifikationsnummer des leistenden/liefernden Unternehmens
  7. das Ausstellungsdatum
  8. den Zeitpunkt der Lieferung/Leistung (auf den Monat genau), sofern dieser Zeitpunkt nicht mit dem Ausstellungsdatum der Rechnung identisch ist
  9. das nach Steuersätzen und einzelnen Steuerbefreiungen aufgeschlüsselte Entgelt (Nettoumsatz) für die Lieferung/Leistung sowie jede im Voraus separat  vereinbarte Minderung des Entgelts
  10. der Hinweis auf die AGB´s ist kein Muss, aber durchaus sinnvoll

Auch die Angabe, wann die Rechnung zu begleichen ist gehört mit auf die Rechnung. Dieser Punkt macht es dir im Falle eines Zahlungsverzuges auch einfacher, überhaupt zu mahnen.

 

Dein Kunde zahlt nicht: wie hoch dürfen Mahngebühren sein?

Weil Mahnen eben einen Mehraufwand bedeutet, sind Mahngebühren üblich, um sich den Aufwand entgelten zu lassen. Aber in welcher Höhe darf man Mahngebühren berechnen?

Erst einmal ist wesentlich: es gibt keine genauen Vorgaben für Mahngebühren. Die einzige Regel ist, dass sie angemessen und dem tatsächlichen Aufwand entsprechen müssen, den das Mahnen verursacht hat.

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Mahngebühren berechnen: Pauschale und Mahnstufen

Du kannst eine Pauschale überschlagen, die du für du quasi für den Aufwand der Mahnung (Mahnung schreiben, ggf. Zeit für Berechnungen etc.) auslegen musst. Entsprechend erhöhen sich Mahngebühren mit den Mahnstufen – für die zweite Mahnung werden also höhere Mahngebühren fällig als für die erste.

Im Allgemeinen wird eine Mahngebühr von 2,50 EUR pro Mahnstufe empfohlen. Bevorzugst du beispielsweise ein dreistufiges Mahnverfahren (Zahlungserinnerung, erste Mahnung, letzte Mahnung), folgen 2,50 EUR Mahngebühr als Aufschlag auf die Zahlungserinnerung, 5,00 EUR auf die erste Mahnung und 7,50 EUR auf die letzte Mahnung.

 

Mahngebühren nicht mit Verzugszinsen verwechseln!

Mahngebühren sind übrigens nicht zu verwechseln mit Verzugszinsen. Verzugszinsen stehen dir zusätzlich zu: sobald ein Schuldner (also der nicht-zahlende Kooperationspartner) in Verzug gerät.
 

Verzugszinsen werden nach folgender Formel berechnet:

Verzugszinsen liegen 5% bei Geschäften mit Privatleuten oder 8% bei Geschäften mit Unternehmern (was auf die meisten Kooperationspartner zutrifft) über dem Basiszinssatz der deutsche Bundesbank (den jeweils aktuellen Basiszinssatz kannst du auf der Website der Bundesbank nachschlagen). Aktuell (Juli 2017) liegt der Basiszinssatz bei -0,88 % (in besseren wirtschaftlichen Zeiten ist er positiv, zurzeit tatsächlich negativ).

Ein Rechenbeispiel:

Nehmen wir an, du willst Verzugszinsen einer nicht beglichenen Forderung aus der Kooperation mit Firma XY also einem Geschäftskunden) berechnen:

8% über dem Basiszinssatz der Bundesbank bedeutet in diesem Fall konkret: -0,88% + 8% = 7,12%

Verzugszinsen auf ein ganzes Jahr gesehen liegen beim aktuellen Basiszinssatz also bei 7,12%. Wenn dein Schuldner dir seit 2 Monaten 500 Euro schuldet, berechnest du die Verzugszinsen für diesen Zeitraum wie folgt:
500 Euro mal (7,12% durch 100) durch 12 Monate mal 2 Verzugsmonate = 5,94 Euro.

Du dürftest also nach 2 Monaten, die man dir 500 Euro schuldet, zurzeit genau 5,94 Euro Verzugszinsen berechnen  die du zusätzlich zu deinen Mahngebühren aufschlägst.

 

Richtig mahnen: das Verfahren

Wie oben  bereits angeklungen ist, bevorzuge ich ein dreistufiges Verfahren, bei dem zunächst eine Zahlungserinnerung mit dem Hinweis auf die folgende, kostenpflichtige Mahnung UND einer neuen Frist erklärt werden. Diese Gebühren werden natürlich immer wieder mit auf die Gesamtrechnung gesetzt. Was aber tun, wenn ein Kunde auch auf Zahlungserinnerung und Mahnung nicht reagiert und das Geld immer noch nicht auf deinem Konto ist?
 

Jetzt geht’s zum Gericht

Gerade wenn der fehlende Betrag keine große Summe ist, geben viele Selbstständige irgendwann auf, weil sie die zusätzlichen kosten für den Anwalt etc. scheuen. In so einem Fall hat der notorische Nicht-Zahler kampflos gewonnen. Wie bitter. Schließlich hast du deine Arbeit getan, deine Leistung erbracht – das Geld steht dir zu!

In vielen Fällen wird die Forderung gar nicht bestritten und dennoch nicht bezahlt. Dafür gibt es in Deutschland das gerichtliche Mahnverfahren. Ziel ist es, einen Mahnbescheid zu bekommen und diesen im Zweifel sogar vollstrecken zu lassen.

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Das gerichtliche Mahnverfahren

Das gerichtliche Mahnverfahren ist quasi der kleine Bruder der Klage, denn es gibt keine mündliche Verhandlung vor Gericht. Auch einen Rechtsanwalt brauchst du dafür nicht. Du leitest das Verfahren ein, indem du ein Antragsformular ausfüllst und an das zuständige Gericht schickst. Das Formular allerdings hat es in sich und muss sehr sorgfältig und genau ausgefüllt werden!

Voraussetzungen sind:

dein Kunde hat trotz Mahnung nicht gezahlt, er ist im Zahlungsverzug.
du kennst die genaue Anschrift des Kunden, sodass der Mahnbescheid auch bei ihm ankommt.

Hier kommen dann die Gerichtsgebühren hinzu, die zunächst der Antragssteller (also du) zahlt, am Ende aber vom Schuldner on top zur Rechnung mit samt Mahngebühren zu erstatten sind!

 

Mein Fazit:

Das gerichtliche Mahnverfahren ist eine gute Möglichkeit, an unstrittige Geldforderungen zu kommen. Es eignet sich, bei Viel-zu-spät-Zahlern, die sich von Post vom Gericht beeindrucken lassen. Im Zweifel solltest du unbedingt fachlichen Rat bei einer o.ä. einholen um abzuwägen, ob eine Klage sein muss oder das gerichtliche Mahnverfahren ausreicht.

Tipps & Tricks_Rechnungswesen und Buchhaltung für Blogger-Mahnverfahren_liebewasist.com_LIEBE WAS IST Life Style Advice Blog DüsseldorfDieser Beitrag wurde nicht gesponsored. Meinung und Empfehlungen entstammen meiner persönlichen Überzeugung.
 

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